Kurzarbeitergeld Rechner Deutschland 2026
Hinweis: Pauschale Schätzung. Reale KUG-Berechnung erfolgt über Nettotabellen der Agentur für Arbeit (§ 105 SGB III). Beantragung über den Arbeitgeber.
Hinweis: Alle Angaben dienen der groben Orientierung und ersetzen keine Steuerberatung. Werte nach aktuellem Stand — ohne Gewähr.
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Kurzarbeitergeld in Deutschland berechnen
Wenn ein Betrieb in Deutschland in eine wirtschaftliche Krise gerät, kann der Arbeitgeber Kurzarbeit anmelden — die Arbeitszeit wird vorübergehend reduziert, und die Bundesagentur für Arbeit zahlt aus der Arbeitslosenversicherung das Kurzarbeitergeld (KUG) als Lohnersatzleistung. Dieser Rechner zeigt dir, wie viel KUG du bekommst — basierend auf deinem regulären Nettolohn und der reduzierten Arbeitszeit.
Was ist Kurzarbeit?
Bei Kurzarbeit reduziert der Arbeitgeber die Arbeitszeit der Mitarbeiter:
- Kurzarbeit Null: Arbeit komplett ausgesetzt (100% Arbeitsausfall)
- Teilkurzarbeit: Stunden reduziert (z.B. 50%, 80% Arbeitsausfall)
Während dieser Zeit:
- Der Arbeitgeber zahlt nur das reduzierte Gehalt (für tatsächlich geleistete Arbeit)
- Die Bundesagentur für Arbeit zahlt 60% (mit Kind 67%) des ausgefallenen Nettoentgelts als Kurzarbeitergeld
- Das Arbeitsverhältnis bleibt bestehen (im Gegensatz zur Kündigung)
Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld?
Berechnungsgrundlage:
- Soll-Entgelt (was du bei normaler Arbeitszeit verdient hättest, netto)
- Ist-Entgelt (was du bei Kurzarbeit tatsächlich verdienst, netto)
- Differenz = pauschaliertes Netto-Entgelt des Ausfalls
KUG-Höhe:
- 60% der Netto-Entgeltdifferenz (ohne Kind)
- 67% der Netto-Entgeltdifferenz (mit mindestens einem Kind)
Beispiel:
- Vor Kurzarbeit: 3'000 € netto/Monat
- Bei 50% Kurzarbeit: 1'500 € netto Ist-Entgelt
- Netto-Differenz: 1'500 €
- KUG (60% von 1'500 € pauschaliert): ca. 900 €
- Gesamteinkommen: 1'500 € + 900 € = 2'400 €
Du verlierst also bei Halbierung der Arbeitszeit nur etwa 20% deines Einkommens — kein 50%.
So funktioniert dieser Rechner
Du gibst:
- Bruttogehalt vor Kurzarbeit (Monatsbrutto)
- Steuerklasse
- Anzahl Kinder (für 67%-Satz)
- Kirchenzugehörigkeit (für Kirchensteuer-Berücksichtigung)
- Bundesland (für Kirchensteuer)
- Anteil Kurzarbeit (in %)
Der Rechner kalkuliert:
- Soll-Netto (vor Kurzarbeit)
- Ist-Netto (bei Kurzarbeit)
- Kurzarbeitergeld (60% oder 67% Pauschale)
- Gesamteinkommen während Kurzarbeit
- Effektiver Lohnverlust in Prozent
Beispielrechnung: Maschinenbauer 80% Kurzarbeit
Ein Maschinenbau-Techniker, verheiratet, 2 Kinder, Steuerklasse 3, Brutto 4'500 €/Monat. Sein Betrieb meldet 80% Kurzarbeit.
- Soll-Netto vor Kurzarbeit: ca. 3'250 €
- Ist-Netto bei 20% Arbeit: ca. 650 € (20% von 3'250)
- Differenz: 2'600 €
- KUG 67% Pauschale: ca. 1'742 €
- Gesamteinkommen: 650 + 1'742 = 2'392 €
- Verlust gegenüber normal: ca. 26%
Trotz 80% Kurzarbeit verliert er nur ein Viertel des Einkommens — das ist der Sinn der Lohnersatzleistung.
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
Für den Betrieb:
- Erheblicher Arbeitsausfall (mind. 10% der Beschäftigten mit mind. 10% Lohnausfall)
- Vorübergehender Charakter (nicht dauerhaft)
- Unvermeidlich (alle anderen Optionen ausgeschöpft, z.B. Urlaubsabbau, Gleitzeitkonten)
- Anzeige bei der Arbeitsagentur vor Beginn der Kurzarbeit
Für dich (Arbeitnehmer):
- Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
- Kein Anspruch auf andere Lohnersatzleistung (z.B. Krankengeld)
- Nicht gekündigt oder freigestellt
Dauer und Verlängerung
Standard-Bezugsdauer: 12 Monate in einem Zeitraum von 4 Jahren.
Verlängerung möglich bei "außergewöhnlichen Verhältnissen am Arbeitsmarkt" (Wirtschaftskrisen, Pandemie):
- Während COVID: bis zu 24 Monate
- Standardmäßig: 12 Monate
Nach Ablauf endet das KUG. Wenn der Betrieb weiterhin Probleme hat, droht oft die Kündigung.
Sozialversicherung während Kurzarbeit
Wichtig: Während der Kurzarbeit bist du weiterhin sozialversichert — der Arbeitgeber zahlt die Beiträge weiter, anteilig sogar für die Ausfallzeit (80% des Ausfallentgelts).
Das bedeutet:
- Rentenanwartschaften laufen weiter
- Krankenversicherung bleibt aktiv
- Arbeitslosenversicherung bleibt aktiv
Steuerliche Behandlung des KUG:
- KUG ist steuerfrei, aber...
- Es unterliegt dem Progressionsvorbehalt — wird zur Berechnung deines Steuersatzes auf das übrige Einkommen herangezogen.
- Folge: Bei der Steuererklärung kommt oft eine Nachzahlung.
KUG und Steuererklärung — Vorsicht Nachzahlung
Wer Kurzarbeit hatte, sollte beim Folgejahres-Bescheid mit einer Steuernachzahlung rechnen — wegen des Progressionsvorbehalts.
Beispiel:
- Reguläres Bruttojahr: 50'000 €
- Mit Kurzarbeit: 35'000 € Bruttolohn + 15'000 € KUG
- Steuerlich werden die 50'000 € herangezogen, aber nur 35'000 € sind versteuert.
- Nachzahlung: Differenz zwischen tatsächlich gezahlter Steuer und Steuer auf den Progressions-Steuersatz.
Praxis-Tipp: 5-10% des KUG für Steuernachzahlung beiseitelegen.
Häufige Fragen
"Bin ich verpflichtet, Kurzarbeit zu akzeptieren?"
Wenn die Betriebsvereinbarung oder dein Arbeitsvertrag Kurzarbeit zulässt: ja. Sonst kann die Einführung nicht einseitig erfolgen — du musst zustimmen (oder Kündigungsschutzklage riskieren).
"Kann ich während Kurzarbeit einen Nebenjob machen?"
Bedingt. Du musst es der Bundesagentur melden. Wenn der Nebenverdienst das ursprüngliche Bruttoentgelt nicht übersteigt, behältst du das KUG. Über der Schwelle wird das KUG entsprechend gekürzt.
"Was passiert mit meinem Urlaub?"
Urlaubsanspruch entsteht weiterhin, aber Urlaub muss zuerst eingebracht werden, bevor KUG bezahlt wird (in den meisten Fällen).
"Was, wenn ich krank werde während Kurzarbeit?"
Du bekommst zunächst Krankengeld in Höhe deines Kurzarbeits-Lohns (60%/67% des Ausfalls). Komplex — am besten mit der Krankenkasse abklären.
Kurzarbeit für Selbstständige?
Klassisches KUG gibt es für Selbstständige nicht — du bist kein sozialversicherungspflichtig Beschäftigter.
Selbstständige können in Krisen aber:
- Selbstständigen-Hilfen beantragen (je nach Krise und Bundesland unterschiedlich)
- Bürgergeld (ALG II) beantragen, wenn Vermögen unter Schonbeträge
- Gründerkredit / Liquiditätskredite bei der KfW
Während der COVID-Pandemie gab es Sonderprogramme (Soforthilfen, Überbrückungshilfen, November-/Dezemberhilfen) — solche Programme sind aber außerhalb der "Normalzeit".
Fazit
Das Kurzarbeitergeld ist ein wichtiger Stabilisator des deutschen Arbeitsmarkts — und für betroffene Arbeitnehmer ein deutlich besseres Schicksal als Arbeitslosigkeit. Nutze diesen Rechner, um zu sehen, was du bei verschiedenen Kurzarbeits-Szenarien bekommen würdest — und plane bei der Steuererklärung den Progressionsvorbehalt ein, damit die Nachzahlung kein Schock wird.
Häufige Fragen
Wie wird das Kurzarbeitergeld berechnet?
Das Kurzarbeitergeld ersetzt einen Teil des ausgefallenen Nettolohns: Es wird die Differenz zwischen dem Netto ohne Arbeitsausfall (Soll-Entgelt) und dem Netto mit Kurzarbeit (Ist-Entgelt) gebildet — davon erhältst du 60 % bzw. 67 % mit Kind. Maßgeblich sind die pauschalierten Nettotabellen der Agentur für Arbeit (§ 105 SGB III).
Wie viel Kurzarbeitergeld bekomme ich – 60 % oder 67 %?
Ohne Kind im Haushalt beträgt das Kurzarbeitergeld 60 % der Nettoentgelt-Differenz, mit mindestens einem Kind 67 %. Gerechnet wird immer auf den ausgefallenen Netto-Anteil, nicht auf das volle Gehalt — bei diesem Rechner gibst du Bruttogehalt und Arbeitsausfall in Prozent ein und siehst sofort beide Beträge.
Ist Kurzarbeitergeld steuerfrei?
Das Kurzarbeitergeld selbst ist steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt: Es erhöht den Steuersatz auf dein übriges Einkommen. Dadurch kann es bei der Steuererklärung zu einer Nachzahlung kommen — wer Kurzarbeitergeld bezogen hat, ist außerdem zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Lege dafür am besten eine Rücklage zurück.
Bekommen Selbstständige Kurzarbeitergeld?
Nein. Klassisches Kurzarbeitergeld gibt es nur für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Selbstständige können in Krisen je nach Lage Selbstständigen-Hilfen, Bürgergeld oder KfW-Liquiditätskredite beantragen.