GKV vs PKV Rechner Deutschland 2026
- · Bemessung: 5.000,00 € / Monat
- · KV-Anteil: 815,00 €
- · Pflege-Anteil: 200,00 €
- · Beitrag unabhängig vom Einkommen
- · Beitrag steigt mit Alter
- · Rückkehr in GKV schwer
Wichtig: Die PKV ist langfristig eine Entscheidung — Beiträge steigen mit dem Alter, Rückwechsel in die GKV ist nach 55 nahezu ausgeschlossen.
Hinweis: Alle Angaben dienen der groben Orientierung und ersetzen keine Steuerberatung. Werte nach aktuellem Stand — ohne Gewähr.
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GKV vs. PKV in Deutschland — was ist günstiger für Selbstständige?
Die Wahl zwischen gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) und privater Krankenversicherung (PKV) ist für deutsche Selbstständige eine der wichtigsten finanziellen Entscheidungen — und eine der schwierigsten zu revidieren. Dieser Rechner zeigt dir Schwarz auf Weiss, was beide Systeme für deine konkrete Situation kosten — heute, in 10 Jahren und im Alter.
Das deutsche Zwei-System-Modell
In Deutschland gibt es zwei parallele Krankenversicherungssysteme:
GKV (Gesetzliche Krankenversicherung):
- Beitrag einkommensabhängig (ca. 14,6% allgemein + Zusatzbeitrag ca. 1,7%
- Pflegeversicherung 3,4-4%)
- Familienangehörige ohne Einkommen gratis mitversichert
- Leistungskatalog nach Sozialgesetzbuch
- Versicherungspflichtgrenze und Beitragsbemessungsgrenze (2026 ca. 69'300 €/Jahr)
PKV (Private Krankenversicherung):
- Beitrag gesundheitszustand-, alters- und tarifabhängig
- Familienangehörige nicht automatisch versichert (eigener Vertrag nötig)
- Bessere Leistungen (freie Arztwahl, Chefarztbehandlung, Einzelzimmer)
- Aber: Beiträge steigen im Alter oft stark
Selbstständige können frei wählen — anders als Angestellte über der Versicherungspflichtgrenze.
GKV freiwillig: Was kostet's?
Als Selbstständiger zahlst du in der GKV einkommensabhängig:
- Bemessungsgrenze: Beiträge berechnen sich vom Gewinn, max. bis ca. 69'300 € (Stand 2026)
- Beitragssatz: ca. 14,6% allgemeiner Satz + 1,7% durchschnittlicher Zusatzbeitrag = 16,3%
- Pflegeversicherung: 3,4% (3,6% wenn ohne Kinder)
- Krankengeld-Wahltarif optional (sonst ab Tag 43)
Mindestbeitrag für Selbstständige mit niedrigem Einkommen: ca. 220 €/Monat (Stand 2026, bei Mindesteinkommen unterstellt).
Höchstbeitrag bei voller Bemessungsgrenze: ca. 1'140 €/Monat.
PKV: Was kostet's?
PKV-Beiträge sind tarifabhängig und individuell. Faktoren:
- Alter beim Vertragsabschluss (jünger = günstiger)
- Gesundheitszustand (Vorerkrankungen führen zu Risikozuschlägen)
- Gewählter Tarif (Basis vs. Premium)
- Selbstbehalt (höherer SB = niedrigerer Beitrag)
- Beihilfe (Beamte und Beamtenkinder haben spezielle Tarife)
Typische Monatsbeiträge:
- 35-jähriger gesund, Komfort-Tarif: 350-500 €/Monat
- 35-jähriger gesund, Premium-Tarif: 500-750 €/Monat
- 50-jähriger, Komfort-Tarif (10 Jahre Bestand): 600-800 €/Monat
- 65-jähriger, Komfort-Tarif (30 Jahre Bestand): 700-1'000+ €/Monat
Plus Pflegepflichtversicherung (gesetzlich pauschal ca. 60-100 €/Monat je nach Tarif).
So funktioniert dieser Rechner
Du gibst:
- Aktuelles Alter und Gewinnerwartung
- Familienstand (Ehepartner GKV, PKV oder ohne Erwerb? Kinder?)
- Gesundheitsstatus (vereinfacht: gesund/Vorerkrankungen)
- PKV-Beitrag-Schätzung (oder Standardwerte)
Der Rechner kalkuliert:
- GKV-Beitrag heute, in 10/20/30 Jahren
- PKV-Beitrag heute, in 10/20/30 Jahren (mit angenommenen Steigerungen)
- Familienkosten (PKV: pro Person; GKV: oft mitversichert)
- Lebenslange Kosten kumuliert
- Empfehlung für deine Konstellation
Beispielrechnung: 35 Jahre, ledig, 60'000 € Gewinn
GKV freiwillig:
- Beitragspflichtiger Gewinn: 60'000 €
- Gesamtbeitrag (KV+PV+Zusatz): ca. 1'020 €/Monat
- Jahreskosten: ca. 12'240 €
PKV (Komfort-Tarif Single):
- Monatsbeitrag heute: 420 €
- Plus Pflegeversicherung: 75 €
- Gesamtjahr: ca. 5'940 €
- Ersparnis pro Jahr: ca. 6'300 €
Aber: PKV-Beiträge steigen typischerweise 3-5% pro Jahr (über GKV-Beitragssatzanpassungen hinaus). In 20 Jahren könnte der PKV-Beitrag bei 700-900 € liegen — dann nähert sich die Kostendifferenz null an.
Wann ist GKV besser?
GKV empfehlenswert bei:
- Familie geplant: Ehepartner ohne Erwerb (z.B. Elternzeit) und Kinder sind gratis mitversichert. PKV: jeder eigene Police.
- Wechselnde Einkommen: GKV-Beitrag sinkt bei Einkommensrückgang automatisch. PKV-Beitrag bleibt gleich.
- Wechselwunsch zu Anstellung: Wer absehbar wieder in Festanstellung wechselt, bleibt in GKV einfach drin. PKV-Rückkehr ist schwierig.
- Vorerkrankungen: PKV kann ablehnen oder Risikozuschläge erheben.
- Langfristige Beitragsstabilität gewünscht: GKV ist solidarfinanziert, keine altersabhängigen Schübe.
Wann ist PKV besser?
PKV empfehlenswert bei:
- Single mit hohem Einkommen: Beitragsmässig oft 30-50% günstiger als GKV.
- Gesundheit: Vollkommen gesund, keine Vorerkrankungen.
- Wert auf Leistungen: Chefarztbehandlung, Einzelzimmer, freie Arztwahl, Heilpraktiker, hochwertige Sehhilfen.
- Beamtensituation: Beihilfe macht PKV oft konkurrenzlos günstig.
- Stabile Selbstständigkeit: Wer nicht zurück in Festanstellung will und keine Familie plant.
Die Beitragsentwicklung über das Leben
GKV-Beitrag steigt mit dem Einkommen, gedeckelt auf Bemessungsgrenze. Bei stabilem Einkommen über die Karriere relativ stabil in Prozentpunkten.
PKV-Beitrag steigt mit Alter und Inflation des Gesundheitssystems — typisch 3-5% jährlich. In den ersten 10 Jahren oft moderate Steigerungen, dann beschleunigt. Im Alter 65+ können Beitragsanpassungen schmerzhaft werden.
Praxistipp: PKV-Versicherte sollten Beitragsentlastungs-Komponenten abschließen (Sondertarife mit reduzierten Beiträgen im Alter, finanziert durch höhere Beiträge in jungen Jahren). Sonst droht im Alter Wechsel in den Basistarif (gesetzlich gedeckelt, aber stark reduzierte Leistungen).
Familienplanung als Entscheidungsfaktor
Wer Kinder plant, sollte die Familienkosten kalkulieren:
Beispiel: PKV-Familie mit 2 Kindern, Partner ohne Erwerb
- Hauptverdiener: 450 €/Monat
- Partner: 350 €/Monat
- Kind 1: 200 €/Monat
- Kind 2: 200 €/Monat
- Gesamt: 1'200 €/Monat = 14'400 €/Jahr
Vergleich GKV: Hauptverdiener allein zahlt ca. 1'020 €/Monat = 12'240 €/Jahr. Partner und Kinder gratis mitversichert. Klar günstiger.
Rückkehr von PKV in GKV: schwierig
Wer sich für PKV entschieden hat, kommt schwer zurück:
- Vor 55 Jahren möglich bei Festanstellung unter Versicherungspflichtgrenze oder Familienversicherung über Ehepartner
- Nach 55 Jahren praktisch unmöglich — Ausnahme: Arbeitslosigkeit mit Bezug von ALG II
Daher: PKV-Entscheidung sollte langfristig gedacht sein.
Häufige Fehler bei der Krankenversicherungs-Wahl
Nur den Tageswert vergleichen. PKV ist heute günstig, in 30 Jahren oft deutlich teurer. Lebenszeit-Kostenrechnung wichtig.
Beitragsentlastung vergessen. Ohne Entlastungs-Komponente droht im Alter Beitragsexplosion.
Familienplanung ignorieren. Wer mit 30 PKV wählt und mit 35 Familie gründet, hat plötzlich 4× Police statt 1× GKV.
Vorerkrankungen verschweigen. Bei PKV-Antrag: vollständige Angaben sind Pflicht. Verschweigen führt zu späteren Leistungsverweigerungen.
Fazit
Die Krankenversicherungs-Wahl ist eine 30-Jahre-Entscheidung mit sechsstelligen Cashflow-Implikationen. Wer als junger gesunder Single mit hohem Einkommen ohne Familienplan PKV wählt, kann gut sparen. Wer Familie plant oder schwankende Einkommen hat, ist mit GKV freiwillig oft besser fahren. Nutze diesen Rechner für deine konkrete Situation — und sprich vor dem Wechsel mit einem unabhängigen Versicherungsberater, nicht mit einem PKV-Vertreter.
Häufige Fragen
Sind die Werte für Deutschland aktuell?
Ja, alle Sätze und Freibeträge werden laufend aktualisiert.
Werden meine Eingaben gespeichert?
Nein. Ohne Account bleibt alles lokal in deinem Browser. Mit kostenlosem Account kannst du eine Berechnung speichern.
Ersetzt das einen Steuerberater?
Nein — die Ergebnisse sind Orientierungswerte. Für die individuelle Steuerplanung wende dich bitte an einen Steuerberater.