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Break-Even Rechner Deutschland 2026

Deckungsbeitrag / Einheit
60,00 €
Break-Even Einheiten
25
Break-Even Umsatz / Monat
2.000,00 €

Einheit kann eine Stunde, ein Projekt oder ein Produkt sein. Wichtig: konsistent vergleichen.

Hinweis: Alle Angaben dienen der groben Orientierung und ersetzen keine Steuerberatung. Werte nach aktuellem Stand — ohne Gewähr.

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Break-Even-Rechner für deutsche Freelancer und Selbstständige

Ab wann lohnt sich ein Projekt wirklich? Wenn ein deutscher Freelancer ein Angebot über 6'000 € über 60 Stunden kalkuliert, klingt das nach 100 €/h. Nach Einkommensteuer, GKV/PKV, Vorsorge und Geschäftskosten bleibt davon oft nur die Hälfte als reales Einkommen. Dieser Break-Even-Rechner zeigt dir, ab welchem Umsatz oder Stundensatz ein Projekt für dich profitabel wird.

Was bedeutet Break-Even?

Der Break-Even-Point ist der Punkt, an dem deine Einnahmen genau deine Gesamtkosten decken — du arbeitest weder mit Gewinn noch Verlust. Darunter zahlst du den Auftrag aus eigener Substanz; darüber baust du Vermögen auf.

Für deutsche Selbstständige besteht der Break-Even aus drei Komponenten:

  1. Fixe Geschäftskosten (laufen unabhängig vom Auftrag)
  2. Lebenshaltungskosten (private Existenz)
  3. Sozialabgaben und Altersvorsorge (KV, ggf. RV, private Vorsorge)

Erst wenn diese drei Säulen aus deinen Einnahmen finanziert sind, beginnt "Geld verdienen" im echten Sinne.

So funktioniert dieser Rechner

Du gibst:

  • Wunsch-Nettoeinkommen pro Monat
  • Geschäftskosten pro Jahr
  • KV-Beitrag (GKV freiwillig oder PKV)
  • Vorsorge (Rürup, ETF-Sparen)
  • Bundesland (für ESt und Kirchensteuer)
  • Fakturierbare Stunden pro Jahr (realistisch 1'000-1'400)

Der Rechner berechnet:

  • Mindestumsatz pro Jahr
  • Break-Even-Stundensatz
  • Empfohlener Stundensatz mit 30% Sicherheitspuffer

Beispielrechnung: Webdesignerin in Hamburg

Sie will netto 4'000 €/Monat (48'000 €/Jahr). Geschäftskosten 8'000 €, GKV freiwillig (10'000 €/Jahr), Rürup 5'000 €/Jahr, 1'250 fakturierbare Stunden pro Jahr.

  • Wunschnetto: 48'000 €
  • Nötiger Bruttogewinn (nach ESt+Soli, ohne Kirche): ca. 68'000 €
  • + Geschäftskosten: 8'000 €
  • + KV-Beitrag: 10'000 €
  • + Rürup: 5'000 €
  • Nötiger Umsatz: ca. 91'000 €
  • Stundensatz: 91'000 / 1'250 ≈ 73 €/h

Alles, was sie über 73 €/h fakturiert, ist zusätzlicher Gewinn.

Project-Level Break-Even

Bei einem konkreten Projekt:

  • Projektumsatz ÷ geschätzte Stunden = effektiver Stundensatz
  • Wenn unter Break-Even → Verlust trotz "schöner Auftragssumme"

Beispiel: Festpreis-Projekt 5'000 €, geschätzte 50 Stunden → 100 €/h. Bei Break-Even 73 €/h → 27 €/h Marge. Gut.

Aber: Wenn der Aufwand auf 80 Stunden steigt → 62,5 €/h → unter Break-Even. Verlust.

Praxisregel: Bei Festpreisen 30-50% Aufwandspuffer einkalkulieren. Wer "knapp" rechnet, verliert bei jedem Scope-Creep.

Die häufigsten Break-Even-Killer in Deutschland

KV-Kosten unterschätzt. Viele kalkulieren mit "5'000 €/Jahr KV", real sind es bei mittlerem Einkommen 8'000-12'000 €.

Rentenvorsorge ignoriert. Wer als Freelancer keine Vorsorge betreibt, hat im Alter nichts. 10-15% des Gewinns für Vorsorge sind realistisch.

Vergessene Geschäftskosten. Software-Abos (Adobe, Office, GitHub, Cloud-Services), Steuerberater (2'000-4'000 €), Versicherungen, Internet, Telefon, Werkzeug — schnell 8'000-15'000 €.

Unbezahlte Zeit. Akquise, Buchhaltung, Steuererklärung, E-Mails, Mahnwesen — 20-30% deiner Arbeitszeit gehen für Nicht-Honorarbares drauf.

Vorsteuer-Verlust als Kleinunternehmer. Wer KU ist und 5'000 € Software brutto kauft, verschenkt 800 € Vorsteuer pro Jahr.

Break-Even ist die Untergrenze

Wer auf Break-Even arbeitet, hat:

  • Kein Polster für Krankheit oder Auftragsflauten
  • Keine Investitionskraft (neuer Computer, Weiterbildung, Marketing)
  • Keine Reserven für ESt-Nachzahlungen (bei steigendem Einkommen normal)
  • Kein Wachstum

Ziel: Mindestens 25-30% über Break-Even arbeiten. Bei Break-Even 91'000 € → 115'000-120'000 € Jahresumsatz anstreben.

Wann lohnt sich ein Projekt?

Faustregeln:

  • Stundensatz ≥ 1,3 × Break-Even-Stundensatz: unbedingt annehmen
  • Stundensatz 1,0 – 1,3 ×: annehmen, wenn Kunde strategisch wichtig
  • Stundensatz < 1,0 × Break-Even: ablehnen oder als Investment einplanen

Cashflow-Falle deutscher Selbstständiger

Deutsche Selbstständige haben spezifische Cashflow-Risiken:

  • Lange Zahlungsfristen (oft 30-60 Tage)
  • ESt-Vorauszahlungen quartalsweise (Februar/Mai/August/November)
  • USt-Voranmeldungen monatlich oder quartalsweise — Cashflow-Effekt
  • GKV-Beitrag monatlich (bei freiwilliger Versicherung)
  • Rürup-Jahresbeitrag oft im Dezember zur Steuerersparnis

Praxis: Mindestens 3-6 Monatsausgaben als Polster. Wer regelmässig auf das Konto-Limit zusteuert, arbeitet unter Druck und nimmt Aufträge an, die er sonst ablehnen würde.

Break-Even systematisch senken

  1. Geschäftskosten optimieren: Software-Abos jährlich überprüfen, nicht genutzte Dienste abbestellen.
  2. Tagespauschale statt Arbeitszimmer: Steuerlich oft günstiger bei moderaten Mieten.
  3. Rürup vs. ETF abwägen: Rürup spart heute Steuern, ETF gibt Flexibilität — Mischung optimal.
  4. Pauschalierung bei niedrigen Kosten: EÜR mit Betriebsausgabenpauschale für bestimmte Berufe.
  5. Stundensatz erhöhen: Senkt nicht den Break-Even, aber erhöht den Abstand zu ihm — was finanziell wichtiger ist.

Häufige Fragen

"Mein Stundensatz liegt unter Break-Even, aber Kunde drückt. Annehmen?"

Wenn:

  • Strategischer Wert (Referenz, Folgeaufträge): ja, mit Schmerzgrenze definieren
  • Reine Geld-Mangelware: nein. Wer regelmäßig unter Break-Even arbeitet, geht in 1-2 Jahren pleite.

"Wie verlasse ich einen unterhalb Break-Even arbeitenden Markt?"

Spezialisierung: Vom Generalist zum Experten. Wer in einer Nische der beste ist, kann Premium-Preise verlangen. Das geht meist nur durch proaktive Marktdifferenzierung über 1-2 Jahre.

"Mein Break-Even ist hoch, weil ich Familie habe. Was tun?"

Familien-Selbstständige haben höhere private Fixkosten — das ist normal. Lösung: Stundensatz entsprechend hoch ansetzen oder Spezialisierung für zahlungskräftigere Kunden.

Fazit

Der Break-Even ist deine wichtigste Kalkulationszahl als deutsche Freelancerin — wichtiger als der durchschnittliche Tagessatz, wichtiger als der Bruttoumsatz. Wer ihn kennt, kann jedes Projekt sofort einordnen: Wertschöpfend oder selbstausbeutend? Nutze diesen Rechner für deine persönliche Schwelle — und sage souverän "Nein" zu allem darunter.

Häufige Fragen

Sind die Werte für Deutschland aktuell?

Ja, alle Sätze und Freibeträge werden laufend aktualisiert.

Werden meine Eingaben gespeichert?

Nein. Ohne Account bleibt alles lokal in deinem Browser. Mit kostenlosem Account kannst du eine Berechnung speichern.

Ersetzt das einen Steuerberater?

Nein — die Ergebnisse sind Orientierungswerte. Für die individuelle Steuerplanung wende dich bitte an einen Steuerberater.