Urlaubskosten Rechner Schweiz 2026
Plane Urlaub fest ein: rechne den realen Tagessatz im Stundensatz-Rechner als Aufschlag mit ein.
Hinweis: Alle Angaben dienen der groben Orientierung und ersetzen keine Steuerberatung. Werte nach aktuellem Stand — ohne Gewähr.
Urlaubskosten für Selbstständige in der Schweiz — was kostet ein Urlaubstag wirklich?
Als Angestellte bekommst du im Urlaub deinen Lohn weiterbezahlt — als Selbstständige nicht. Zwei Wochen Strandurlaub kosten dich nicht nur Hotel und Flug, sondern auch zwei Wochen verlorenen Umsatz. Dieser Rechner zeigt dir die echten Kosten eines Urlaubstages aus Schweizer Selbstständigen-Sicht — und warum du das in deinem Stundensatz einkalkuliert haben solltest.
Die zwei Kostendimensionen jedes Urlaubstags
Urlaubskosten haben für Selbstständige zwei Komponenten, die du oft nicht parallel siehst:
- Direkte Reisekosten: Hotel, Flug, Verpflegung, Aktivitäten — das, was du auch als Angestellte zahlen würdest.
- Opportunitätskosten (entgangener Umsatz): Was du in diesen Tagen hättest verdienen können, wenn du gearbeitet hättest.
Ein 7-Tage-Urlaub für 2'500 CHF Reisekosten fühlt sich wie 2'500 CHF Ausgabe an. Effektiv kostet er dich aber 2'500 CHF + entgangenen Umsatz für 5 Arbeitstage (Wochenende zählt nicht). Bei einem realistischen Tagessatz von 800 CHF sind das zusätzlich 4'000 CHF entgangene Einnahmen — also 6'500 CHF Gesamtbelastung.
So funktioniert dieser Rechner
Du gibst ein:
- Geplante Urlaubsdauer (in Tagen oder Wochen)
- Geschätzte Reisekosten (Hotel, Flug, Aktivitäten, Verpflegung)
- Dein effektiver Tagessatz (Brutto-Geschäftsumsatz pro Arbeitstag)
- Optional: dein Wohnkanton (für die Auswirkung auf die Jahressteuer)
Der Rechner berechnet:
- Direkte Reisekosten
- Entgangener Umsatz (Tagessatz × Anzahl Arbeitstage im Urlaub)
- Steuerersparnis durch geringeren Jahresgewinn (Urlaub reduziert Bruttoumsatz → niedrigeres steuerbares Einkommen)
- Netto-Belastung des Urlaubs (Reise + Opportunitätskosten − Steuerersparnis)
Beispielrechnung: 14 Tage Italien-Urlaub
Eine selbstständige IT-Beraterin nimmt 14 Tage Italien-Urlaub (10 Arbeitstage). Reisekosten 3'500 CHF. Tagessatz 1'000 CHF. Wohnkanton Zürich, Grenzsteuersatz 28%.
- Reisekosten: 3'500 CHF
- Entgangener Umsatz (10 × 1'000): 10'000 CHF
- Steuerersparnis durch tieferen Jahresumsatz (10'000 × 28%): 2'800 CHF
- Netto-Belastung: 3'500 + 10'000 − 2'800 = 10'700 CHF
Das sind die "ehrlichen" Kosten dieses Urlaubs. Wer nur die Reisekosten betrachtet (3'500 CHF), unterschätzt die Belastung um den Faktor 3.
Warum Urlaub im Stundensatz eingerechnet sein muss
Wenn du als Selbstständige 4 Wochen Urlaub im Jahr planst, fehlen dir 20 Arbeitstage = ca. 160 fakturierbare Stunden. Bei 1'200 fakturierbaren Stunden pro Jahr (typisch für Vollzeit-Selbstständige mit 70% Auslastung) sind das 13% deiner Jahreskapazität.
Das heisst: Wenn du auf 100'000 CHF Jahresumsatz kommen willst, müssen die verbleibenden 1'040 Stunden diese 100'000 CHF erwirtschaften — Stundensatz ca. 96 CHF/h. Wer den Stundensatz auf Basis von 1'200 fakturierbaren Stunden kalkuliert (also Urlaub vergisst), kalkuliert ca. 83 CHF/h und arbeitet für 13% weniger.
Praxis-Faustregel: Pro Woche Urlaub muss dein Stundensatz um ca. 2-3% steigen, um den Verlust auszugleichen.
Wann lohnt sich Urlaub trotzdem?
Klar: Urlaub ist nicht nur Kosten, sondern Erholung, Energie, Burnout-Prävention. Wer nie Pause macht, sinkt produktivitätsmässig über das Jahr → effektiver Stundensatz fällt durch Müdigkeit, Fehler, weniger Akquise-Energie.
Studien zeigen: Mindestens 2-3 Wochen zusammenhängender Urlaub pro Jahr verbessern die Folgemonate messbar. Wer den ganzen Sommer durchpresst, hat im Herbst typischerweise einen produktivitätsschwachen Monat — das macht den eingesparten Urlaub teurer als der Urlaub selbst.
Mini-Urlaub vs. Lang-Urlaub
Aus Kostensicht gibt es einen Unterschied zwischen vielen Mini-Urlauben und einem langen Urlaub:
- Lange Auszeiten (2-3 Wochen) maximieren die Erholung pro Opportunitätskosten. Du verlierst 10-15 Arbeitstage, aber kommst energetisch klar zurück.
- Häufige Kurzurlaube (verlängerte Wochenenden) verlieren weniger Arbeitstage, aber haben höhere Reisekosten pro Tag und weniger Erholungseffekt.
Empfehlung: Mindestens ein Block von 2-3 Wochen pro Jahr, dazu 2-3 verlängerte Wochenenden für Tapetenwechsel zwischendurch.
Steuerliche Behandlung
Reisekosten sind in der Schweiz nicht abzugsfähig, wenn der Urlaub privater Natur ist. Du kannst aber:
- Geschäftsreisen mit Urlaubs-Verlängerung anteilig absetzen (Verhältnis Geschäft/Privat dokumentieren)
- Sabbatical mit Weiterbildungsanteil als beruflichen Fortbildung abziehen (z.B. Sprachaufenthalt, Konferenzbesuch)
- Krankheitsbedingte Erholung als Krankheitskosten geltend machen (mit ärztlichem Attest, Selbstbehalt ca. 5% des Reineinkommens)
Wer kreativ wird ohne Substanz, riskiert Aufrechnung durch die Steuerverwaltung. Sauber dokumentieren.
Cashflow-Planung für den Urlaub
Da du im Urlaub keinen Umsatz machst, aber die Fixkosten weiterlaufen, brauchst du ein Cashflow-Polster:
- Pro Woche Urlaub mindestens 1 Monatsausgaben (Miete, Krankenkasse, Versicherungen) als Reserve
- Plus die Reisekosten als separate Rücklage
- Plus 25% des entgangenen Bruttoumsatzes für Steuern und AHV (wegen Akontozahlungen, die nicht pausieren)
Wer ohne Polster verreist, kommt mit Cashflow-Problemen zurück — und arbeitet dann doppelt so hart, um aufzuholen.
Fazit
Urlaub ist für Selbstständige teurer, als die Reisekosten vermuten lassen. Wer die Opportunitätskosten ignoriert, unterschätzt die wahre Belastung und reagiert mit ungerechtfertigtem Schuldgefühl bei jeder Auszeit. Nutze diesen Rechner, um die ehrlichen Kosten zu kennen — und kalkuliere genau diese Kosten in deinen Stundensatz ein. Dann hast du finanziellen Atem, um wirklich Urlaub zu machen.
Häufige Fragen
Sind die Werte für Schweiz aktuell?
Ja, alle Sätze und Freibeträge werden laufend aktualisiert.
Werden meine Eingaben gespeichert?
Nein. Ohne Account bleibt alles lokal in deinem Browser. Mit kostenlosem Account kannst du eine Berechnung speichern.
Ersetzt das einen Steuerberater?
Nein — die Ergebnisse sind Orientierungswerte. Für die individuelle Steuerplanung wende dich bitte an einen Steuerberater.