Tagessatz als Freelancer berechnen: Was ist 2026 üblich?
Tagessatz berechnen: mehr als Stundensatz × 8
Viele Freelancer rechnen den Tagessatz einfach als „Stundensatz mal acht" — und verkalkulieren sich damit. Denn von einem Arbeitstag sind längst nicht alle Stunden abrechenbar. Hier zeigen wir, wie du einen tragfähigen Tagessatz kalkulierst, und was 2026 marktüblich ist.
Der entscheidende Punkt: abrechenbare Stunden
An einem 8-Stunden-Tag verbringst du Zeit mit Akquise, E-Mails, Buchhaltung, Pausen und Weiterbildung. Fakturierbar sind realistisch eher 6 Stunden. Dein Tagessatz sollte also auf den produktiven Stunden basieren, nicht auf der reinen Anwesenheit:
Tagessatz = Stundensatz × abrechenbare Stunden pro Tag
Kennst du deinen Stundensatz noch nicht, starte mit dem Stundensatz-Rechner — er berücksichtigt Zielgehalt, Kosten und unbezahlte Zeiten. Den Tagessatz selbst rechnest du direkt mit dem Tagessatz-Rechner.
Von unten kalkuliert: was der Tag kosten muss
Rechne rückwärts von deinem Ziel:
- Zielgehalt (was du im Jahr verdienen willst, brutto vor Steuer)
- + Betriebskosten (Büro, Software, Versicherungen, Fortbildung)
- + Rücklagen für Steuern und Sozialversicherung
- ÷ tatsächlich fakturierbare Tage im Jahr
Bei rund 220 Arbeitstagen bleiben nach Urlaub, Krankheit, Feiertagen und unbezahlter Akquise oft nur 150–160 fakturierbare Tage. Genau dieser Nenner macht den Unterschied — wer mit 220 rechnet, setzt sich zu billig an. Wie du Urlaub und Ausfalltage sauber einpreist, zeigt der Urlaubskosten-Rechner.
Richtwerte 2026 (grob)
Tagessätze schwanken stark nach Branche, Erfahrung und Region. Als grobe Orientierung für DACH:
- Einsteiger / einfache Tätigkeiten: ~400–600 €
- Erfahrene Fachkräfte (Marketing, Text, Design): ~600–900 €
- IT / Entwicklung / Beratung: ~800–1.200 €+
- Spezialisten mit knappem Skill: oft 1.200 €+
Das sind Marktbeobachtungen, keine Garantie — dein Wert ergibt sich aus deiner Kalkulation, nicht aus dem Durchschnitt. In der Schweiz liegen die Sätze meist deutlich höher und werden in CHF kalkuliert (grob das 1,3- bis 1,6-Fache der €-Werte), in Österreich bewegen sie sich nah an den deutschen Bandbreiten.
Tages- oder Stundensatz anbieten?
- Tagessatz ist üblich bei längeren Projekten und Vor-Ort-Einsätzen — er gibt beiden Seiten Planungssicherheit.
- Stundensatz passt besser bei kleinen, schwankenden Aufgaben.
Viele Freelancer nennen einen Tagessatz nach außen und kalkulieren intern über den Stundensatz. Wichtig ist, dass beide zueinander passen und deine Kosten decken.
Häufige Fehler
- Mit 8 statt 6 fakturierbaren Stunden gerechnet.
- Steuern und Sozialversicherung im Satz vergessen.
- Zu viele fakturierbare Tage angenommen (Urlaub/Krankheit/Akquise unterschätzt).
- Aus Unsicherheit unter Marktniveau angeboten — und dann nie erhöht.
Fazit
Ein guter Tagessatz basiert auf abrechenbaren Stunden und realistischen fakturierbaren Tagen — nicht auf Wunschdenken. Rechne ihn sauber mit dem Tagessatz-Rechner und dem Stundensatz-Rechner durch, dann gehst du selbstbewusst ins nächste Angebot.