Steuern zurücklegen als Selbstständiger: Wie viel Prozent?
Wie viel Steuern zurücklegen? Die Faustregel
Der häufigste Fehler bei Selbstständigen: Das Geschäftskonto ist voll, also fühlt man sich reich — bis die Steuernachzahlung kommt. Anders als bei Angestellten wird bei dir keine Steuer automatisch einbehalten. Du musst selbst Rücklagen bilden. Hier die Orientierung, wie viel.
Faustregel: 30 bis 40 % vom Gewinn
Für die Einkommensteuer solltest du grob 30–40 % deines Gewinns zurücklegen — nicht vom Umsatz, sondern vom Gewinn (Einnahmen minus Ausgaben). Der genaue Anteil hängt von deiner Gewinnhöhe ab, weil der Steuertarif progressiv ist:
- Kleiner Gewinn (bis ~20.000 €): eher 20–25 %
- Mittlerer Gewinn (~40.000 €): rund 30 %
- Hoher Gewinn (60.000 €+): 35–42 %
Deinen konkreten Wert bekommst du mit dem Einkommensteuer-Rechner — er zeigt dir Steuer und Durchschnittssatz für deinen Gewinn.
Gewerbesteuer nicht vergessen
Bist du gewerblich (kein Freiberufler), kommt ab einem Gewinn von 24.500 € die Gewerbesteuer dazu. Ein Teil davon wird zwar auf die Einkommensteuer angerechnet, aber liquiditätsmäßig musst du sie erst mal zahlen. Rechne sie mit dem Gewerbesteuer-Rechner durch und leg zusätzlich Rücklage dafür zurück.
Der große Denkfehler: Umsatzsteuer ist nicht dein Geld
Die Umsatzsteuer, die deine Kunden dir zahlen, gehört nicht dir — du bist nur Durchlaufstelle für das Finanzamt. Wer die 19 % mit ausgibt, hat bei der Umsatzsteuer-Voranmeldung ein Problem.
Deshalb: Behandle Netto und Umsatzsteuer strikt getrennt. Wie die Voranmeldung funktioniert, zeigt der Umsatzsteuer-Rechner. Als Kleinunternehmer entfällt das — mehr dazu im Kleinunternehmer-Rechner.
Auch an Sozialversicherung denken
Steuern sind nicht alles. Als Selbstständige:r trägst du Krankenversicherung und Altersvorsorge komplett selbst. Plane diese Beiträge zusätzlich zur Steuerrücklage ein — sonst rutscht die Rücklage schnell zu knapp aus.
So machst du es praktisch
- Eigenes Steuer-Unterkonto anlegen (oder ein separates Tagesgeldkonto).
- Von jeder Zahlung sofort deinen Rücklage-Prozentsatz aufs Steuerkonto überweisen.
- Die Umsatzsteuer separat parken, bis die Voranmeldung fällig ist.
- Einmal im Quartal mit dem Rechner gegenchecken, ob deine Rücklage noch passt.
Ein Geschäftskonto mit Unterkonten oder automatischer Steuerrücklage macht das leichter — eine Übersicht passender Tools findest du auf unserer Empfehlungsseite.
Fazit
Als grobe Startregel: 30 % vom Gewinn für die Einkommensteuer weglegen, Gewerbesteuer und Sozialversicherung obendrauf — und die Umsatzsteuer strikt getrennt halten. Rechne deinen echten Satz einmal mit dem Einkommensteuer-Rechner aus, dann weißt du, ob 30 % reichen oder du mehr zurücklegen solltest.
Allgemeine Information, keine Steuerberatung.