Rechnungen schreiben: Alle Pflichtangaben für DE, AT und CH
Rechnungen schreiben: Alle Pflichtangaben für DE, AT und CH
Eine fehlerhafte Rechnung kann teuer werden — der Auftraggeber kann die Vorsteuer nicht geltend machen, und du kannst im Zweifel nachgebessert werden müssen. Hier sind alle Pflichtangaben — länderspezifisch und verständlich.
Deutschland 🇩🇪: Pflichtangaben nach UStG
Laut § 14 UStG muss jede Rechnung über 250 € diese Angaben enthalten:
Basis-Pflichtangaben (jede Rechnung)
- Vollständiger Name und Anschrift des Ausstellers
- Vollständiger Name und Anschrift des Empfängers
- Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Ausstellers
- Ausstellungsdatum der Rechnung
- Fortlaufende Rechnungsnummer (einmalig, muss sich nicht auf 0001 zurücksetzen)
- Menge und Art der gelieferten Waren / Umfang und Art der Dienstleistung
- Zeitpunkt der Lieferung / Leistung (oder "Leistungszeitraum")
- Entgelt (Nettobetrag)
- Steuersatz (19% oder 7% Regelsteuersatz)
- Steuerbetrag (der berechnete USt-Betrag)
- Bruttobetrag (Netto + USt)
Bei Kleinunternehmern
Anstatt Steuersatz und -betrag muss folgender Hinweis auf der Rechnung stehen:
"Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet."
Kleinbetragsrechnung (bis 250 € Brutto)
Für Rechnungen bis 250 € gelten vereinfachte Anforderungen:
- Name und Anschrift des Ausstellers
- Datum
- Beschreibung der Leistung
- Bruttobetrag
- Steuersatz (19% oder 7%)
Musterrechnung Deutschland
Max Mustermann
Musterstraße 1
10115 Berlin
Steuernummer: 123/456/78901
Rechnung Nr. 2026-042
An:
Beispiel GmbH
Beispielstraße 5
80333 München
Leistungsdatum: 15. Mai 2026
Rechnungsdatum: 20. Mai 2026
Position 1: Webentwicklung Mai 2026
20 Stunden × 90,00 € 1.800,00 €
Nettobetrag: 1.800,00 €
Umsatzsteuer (19%): 342,00 €
Rechnungsbetrag (brutto): 2.142,00 €
Zahlungsziel: 14 Tage netto
IBAN: DE12 3456 7890 1234 5678 90
Österreich 🇦🇹: Pflichtangaben nach UStG AT
Rechnungen bis 400 € (Kleinbetragsrechnung)
- Name und Anschrift des Ausstellers
- Ausstellungsdatum
- Beschreibung der Leistung
- Entgelt + Steuerbetrag oder Bruttobetrag + Steuersatz
Rechnungen über 400 €
- Name und Anschrift Aussteller + Empfänger
- Ausstellungsdatum
- Fortlaufende Rechnungsnummer
- UID-Nummer (USt-Identifikationsnummer) des Ausstellers — ab 10.000 € Rechnungsbetrag auch die UID des Empfängers
- Menge und Beschreibung der Leistung
- Leistungszeitraum
- Nettobetrag + Steuersatz + Steuerbetrag (oder Bruttobetrag + Steuersatz)
Kleinunternehmer Österreich
"Umsatzsteuerbefreit gemäß § 6 Abs. 1 Z 27 UStG"
UID-Nummer beantragen
Die UID-Nummer (Umsatzsteuer-Identifikationsnummer) beantragst du beim Finanzamt. Wichtig für B2B-Geschäfte, besonders im EU-Ausland.
Schweiz 🇨🇭: Pflichtangaben nach MWSTG
In der Schweiz sind die Anforderungen weniger streng als in DE/AT — aber bei MWST-Pflicht gelten klare Regeln.
Ohne MWST-Pflicht (unter CHF 100.000 Umsatz)
Keine gesetzlichen Mindestangaben für die Rechnung — aber aus Professionalitätsgründen empfohlen:
- Name und Adresse beider Parteien
- Datum
- Beschreibung der Leistung
- Betrag
Mit MWST-Pflicht
- Name und Adresse Aussteller + Empfänger
- Datum
- MWST-Nummer des Ausstellers (Format: CHE-123.456.789 MWST)
- Beschreibung der Leistung
- Entgelt + Steuersatz + Steuerbetrag
- Bruttobetrag
MWST-Sätze Schweiz 2026:
- Normalsatz: 8,1%
- Sondersatz Beherbergung: 3,8%
- Reduzierter Satz: 2,6% (Lebensmittel, Medikamente, Bücher etc.)
Häufige Fehler auf Rechnungen
-
Rechnungsnummer nicht fortlaufend: Lücken sind erlaubt (z.B. wenn eine Rechnung storniert wurde), aber die Nummern müssen eindeutig sein.
-
Leistungsdatum vergessen: Das Ausstellungsdatum der Rechnung ≠ Leistungsdatum. Beide müssen drauf.
-
Falsche Steuernummer: Steuernummer (vom Finanzamt) und USt-ID (für EU-Geschäfte) sind verschiedene Nummern.
-
Keine Bankverbindung: Nicht gesetzlich Pflicht — aber ohne IBAN zahlt niemand.
-
Kleinunternehmer-Hinweis fehlt: Ohne diesen Hinweis kann der Empfänger Vorsteuer ziehen und du musst USt nachzahlen.
Rechnungsprogramme
Für professionelle Rechnungen empfehlen wir:
- sevdesk: Automatische Pflichtangaben, rechtssicher, für DE und AT
- lexoffice: Sehr nutzerfreundlich, DATEV-kompatibel
- Bexio: Ideal für die Schweiz, MWST-konform
- Kontist: Rechnungen + Banking in einem
Aufbewahrungspflicht
Rechnungen müssen aufbewahrt werden:
- Deutschland: 10 Jahre
- Österreich: 7 Jahre
- Schweiz: 10 Jahre
Digitale Archivierung ist in allen drei Ländern erlaubt — aber die Unveränderlichkeit muss sichergestellt sein.
Fazit
Korrekte Rechnungen sind kein Luxus — sie sind Pflicht und schützen dich vor Nachforderungen. Nutze eine Rechnungssoftware, die automatisch alle Pflichtangaben einfügt, und archiviere alles digital.
👉 Weitere nützliche Tools auf Calctry:
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Für verbindliche Auskunft wende dich an einen Steuerberater.