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DE · AT · CH · 5.6.2026 · 8 Min. · Steuern

Kleinunternehmerregelung 2026: Alles was Selbstständige wissen müssen

Von der Calctry-Redaktion · zuletzt geprüft am 5.6.2026

Kleinunternehmerregelung 2026: Alles was Selbstständige wissen müssen

Wer gerade mit der Selbstständigkeit startet, hat oft einen großen Vorteil: die Kleinunternehmerregelung. Sie erspart dir die aufwändige Umsatzsteuer-Abrechnung — zumindest bis zu einer bestimmten Grenze. Aber Vorsicht: In Deutschland, Österreich und der Schweiz gelten unterschiedliche Regeln.

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Was ist die Kleinunternehmerregelung?

Als Kleinunternehmer musst du auf deinen Rechnungen keine Umsatzsteuer (USt) ausweisen und auch keine USt ans Finanzamt abführen. Das vereinfacht die Buchhaltung erheblich — du stellst einfach Netto-Rechnungen ohne Steuerausweis.

Wichtig: Du kannst im Gegenzug auch keine Vorsteuer geltend machen. Das bedeutet: Was du für dein Unternehmen einkaufst, kannst du dir nicht zurückholen.

Die Grenzen 2026 im Überblick

Deutschland 🇩🇪

Seit 2025 gelten neue, deutlich erhöhte Grenzen:

  • Vorjahresumsatz: Maximal 25.000 €
  • Laufendes Kalenderjahr: Maximal 100.000 €

Das bedeutet: Wer im Vorjahr nicht mehr als 25.000 € umgesetzt hat und im laufenden Jahr unter 100.000 € bleibt, ist als Kleinunternehmer von der USt befreit.

Neu seit 2025: Die Befreiung gilt automatisch, wenn du die Grenzen einhältst — wer stattdessen regulär mit USt abrechnen will, muss aktiv darauf verzichten (z.B. im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung).

Österreich 🇦🇹

  • Umsatzgrenze: 55.000 € brutto pro Kalenderjahr (seit 2025, vorher 35.000 € netto)
  • Überschreitest du die Grenze um höchstens 10% (bis 60.500 €), bleibt die Befreiung bis Jahresende — ab dem Folgejahr bist du umsatzsteuerpflichtig
  • Bei mehr als 10% Überschreitung wirst du sofort ab dem überschreitenden Umsatz steuerpflichtig

Schweiz 🇨🇭

In der Schweiz heißt es nicht "Kleinunternehmerregelung" sondern Mehrwertsteuer-Befreiung:

  • MWST-Pflicht: Ab CHF 100.000 Jahresumsatz
  • Darunter: freiwillige MWST-Anmeldung möglich
  • Freiwillige Anmeldung kann sich lohnen wenn du viel Vorsteuer hast (z.B. hohe Investitionen)

Vorteile der Kleinunternehmerregelung

Keine USt auf Rechnungen — einfachere Abrechnung ✅ Keine Voranmeldungen — kein monatliches/quartalsweises Meldewesen ✅ Günstigere Preise für Privatkunden — du bist 19% (DE) günstiger als Konkurrenten mit USt ✅ Weniger Bürokratie — gerade am Anfang enorm wertvoll

Nachteile und wann sie sich nicht lohnt

Keine Vorsteuer-Erstattung — wer viel investiert (z.B. teure Geräte), zahlt mehr ❌ Weniger seriös für B2B-Kunden — Unternehmen können deine USt nicht absetzen ❌ Wachstumsbremse — wer schnell wächst, muss die Grenze genau im Blick haben ❌ Grenzüberschreitende Geschäfte können komplizierter werden

Faustregel: Für B2C-Dienstleister ideal. Für B2B-Unternehmen mit hohen Ausgaben eher weniger sinnvoll.

Was passiert wenn du die Grenze überschreitest?

Deutschland

Seit 2025 gibt es zwei Fälle:

  • Bleibst du im laufenden Jahr unter 100.000 €, aber über 25.000 €: Du bleibst dieses Jahr Kleinunternehmer — ab dem Folgejahr bist du umsatzsteuerpflichtig
  • Überschreitest du 100.000 € im laufenden Jahr: Die Befreiung endet sofort — bereits der Umsatz, mit dem du die Grenze reißt, ist steuerpflichtig (keine Rückwirkung auf frühere Umsätze)

Österreich

  • Überschreitest du 55.000 € um höchstens 10% (bis 60.500 €): Befreiung bleibt bis Jahresende, ab dem Folgejahr USt-Pflicht
  • Überschreitest du mehr als 10%: Der überschreitende Umsatz und alle danach sind sofort steuerpflichtig

Tipps für Kleinunternehmer

  1. Umsatz sorgfältig tracken — damit du nicht unvorbereitet die Grenze überschreitest
  2. Rücklage bilden — falls du umsatzsteuerpflichtig wirst, musst du die USt nachzahlen können
  3. Rechnungen korrekt stellen — immer den Hinweis "Gemäß §19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet" (DE) angeben
  4. Steuerberater fragen ob die Regelung für dich sinnvoll ist

Fazit

Die Kleinunternehmerregelung ist ein wertvolles Werkzeug für Gründer und Selbstständige mit niedrigem Umsatz. Sie spart Zeit, vereinfacht die Buchhaltung und senkt die Preise für Privatkunden. Wer aber wächst oder hauptsächlich B2B arbeitet, sollte prüfen, ob ein Wechsel zur regulären Besteuerung sinnvoller ist.

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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Steuergesetze ändern sich — bitte prüfe aktuelle Grenzen beim Finanzamt oder Steuerberater.

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